Johannes Meißner

Wer einen Blick auf die deutschsprachige Musiklandschaft wirft, wird sich von Zeit zu Zeit fragen, was aus Deutschland, dem Land der Dichter und Denker, geworden ist. Wo sind die Poeten, Philosophen und Träumer, die uns mit ihrer Fantasie in eine Welt zwischen alltäglichen Problemen und “Regenbogenmalmaschinen”  zum Nachdenken und Träumen animieren?

Wir haben einen von ihnen mit einem Gespann aus virtuosen Musikern, die in einer wechselnden Besetzung aus vier und sechs Personen, gefühlt den Sound eines ganzen Ensembles kreiert haben, auf dem letzten Konzert ihrer Tour in Berlin treffen und sprechen dürfen. Die Rede ist von Johannes Meißner und Band. Der gebürtige Berliner überzeugte von Anfang an mit seiner ehrlichen, sympathischen Art und schaffte mit seiner warmen Stimme eine emotionale Spannung, die den „Grünen Salon“ an der „Volksbühne“ mit Magie erfüllte. Der Sound lässt sich nur schwer einem Genre zuordnen und enthält Elemente von Hiphop, Jazz und Pop sowie elektronische Sounds, die das Gesamtpaket abrunden. In seinen Texten verpackt er alltägliche Themen und Probleme in fantasievolle Metaphern und Wortspiele. Das die gesamte Band Spaß an dem hatte, was sie machten, war für jeden Anwesenden durchweg spürbar.

Johannes Meißner stage

Die echten Gefühle und die Interaktionen mit dem gesamten Publikum ließen eine wunderbar, warme Stimmung herrschen, die auch bei uns eine Gänsehaut auslöste . Neben Songs des kürzlich veröffentlichten Albums „Regenbogenmalmaschine“, zeigte der Mann mit dem Hut, was er sonst noch kann, als er einen Minnesang auf Niederdeutsch anstimmte, was uns und das gesamte Publikum absolut begeisterte.

Vielen Dank Johannes Meißner! Es gibt sie noch – diese Poeten, Philosophen und  Träumer!

Im Anschluss an das Konzert konnten wir Johannes ein paar Fragen stellen und ihn gemeinsam mit den anderen Bandmitgliedern auf unseren Instaxfotos verewigen.


Hey Johannes,

Stell dich doch als erstes Mal für unsere Lese vor – Wer bist du?

Einen wunderschönen guten Tag. Mein Name ist Johannes Meißner, bin 31 Jahre alt und freue mich euch mein Debutalbum vorzustellen, welches ich zusammen mit meiner Band in den letzten drei Jahren aufgenommen habe und nun am 19.01. beim Hamburger Label Membran Entertainment veröffentlicht habe.

Wo kommst du her?

Aus Berlin. Um genauer zu sein aus Berlin-Marzahn.

Wie kamst du zur Musik?

Mein Vater und mein Onkel waren beide im Dresdner Kreuzchor, daher war ich quasi von Musik umgeben während meiner Kindheit. Mit 18 habe ich meine erste Band gegründet und einfach immer und überall Musik gemacht. Dann habe ich mit Mitte zwanzig einen Studienplatz für Pop/Jazz Gesang an der Hochschule für Musik und Theater Rostock bekommen und dort zusammen mit der Band angefangen am Debutalbum zu arbeiten.

SOUNDCHECK

Warum habt ihr euch dazu entschieden deinen eigenen Namen auch als euren Künstlernamen/Bandnamen zu verwenden?

Es ist mein Name und ich habe in meinem Werdegang irgendwann entschieden, unter meinem Namen Musik zu machen. Die Band hat das von Anfang an mitgetragen. Es braucht halt einen der Ideen entwickelt, um sie dann mit den entsprechenden Personen umzusetzen. Ich finde jeder Musiker und Sänger steht mit seinem Namen für sich. So bin ich es zwar der die Songidee hat und die Geschichten erzählt, aber man wird immer Lena Schmidt mit den Synthiesounds verbinden, Axel Meier mit den Drums und Maximilian Hirning mit eben seinem eigenen Bass-Sound.

Dein Album trägt den Titel “Regenbogenmalmaschine”. Wie kam es zu diesem fantasievollen Namen?

Regenbogen ist für mich Glückssymbol. Nach meiner Auffassung hat eben jeder in seinem Repertoire solche Glücksmomente zu kreieren. Der Mann in dem Song, lässt seine eigene Malmaschine einfach zu Hause stehen und sagt sich – Das Bringt doch alles nichts mehr…. die werden einfach nicht mehr gebraucht. Daher der Titel.

Der Titel “Boxhagener Platz” zeigt deine tiefe Verbundenheit mit dem sich im Herzen von Friedrichshain befindenden Platz. Inwieweit hat dieser eine besondere Bedeutung für dich?

Ja, ich habe dort lange Zeit gewohnt und als ich in Rostock war, hatte ich plötzlich das Gefühl daran erinnern zu wollen. Und da kam ich auf die ganz eigene Stimmung dieses Platzes und habe probiert das in einem Lied zu konservieren.

Wie beeinflussen und inspirieren dich andere Künstler/Musiker in deiner Arbeit?

Ich bin Freund von allen Stilistiken solange es gut, authentisch und echt gemacht ist.

Was hast du auf deinem MP3-Player/iPod?

Derzeit höre ich viel Michael Wollny, Gregory Porter und auch Sophie Hunger.

Stell dir vor, du könntest eine Zeitreise machen, in eine andere Epoche von Musik und Mode, in welchem Jahrzehnt würdest du dich wiederfinden?

Ich hätte glaube ich gerne gesehen, wie mein Vater im Knabenchor gesungen hat. Also so zwischen 1960-1970.

STYLECHECK 

Was bedeutet Mode für dich?

Mode bedeutet anderen glaube ich schon immer mehr als mir selbst. Ich achte zwar drauf, aber nur ganz intuitiv.

Wie würdest du deinen Stil beschreiben?

Don’t Care to much about – Style !

Was beeinflusst dich in der Art wie du dich kleidest?

Ich werde oft für einen Schlagzeuger oder Schauspieler gehalten. Vielleicht die? Das kann ich nicht wirklich sagen.

Man sieht dich ja meist mit Hut, würdest du sagen dass dieser Hut dein absolutes Lieblingsteil ist und hast du mehrere oder diesen einen, treuen Begleiter?

Ich habe nur den Einen. Den habe ich mir mal auf einer Reise in New York gekauft. Ich fand damals, dass ein Musiker seinen Hut und eine Geschichte dazu braucht. Das alte Stück Stoff hat auf jeden Fall schon viel mit miterlebt, aber keine Sorge er geht regelmäßig in die Reinigung. Vielleicht wird es aber wirklich langsam mal Zeit für einen Neuen. 🙂

Was packst du in deinen Koffer, wenn du auf Tournee gehst?

Immer nur das nötigste, denke ich. Das erste was ich immer einstecke ist das Mikrofon. Dann kommen die Socken usw…


Vielen Dank für das Interview Johannes !

Johannes Meißner Band Johannes Meißner

http://www.facebook.com/johannesmeissner

 

 

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